Generalversammlung

Am  15. Februar 2019 findet die Generalversammlung der Johannes-Messner-Gesellschaft statt.

Programm:

17.00 Uhr Hl. Messe in St. Peter mit Bischof Dr. Klaus Küng

anschl. Imbiss in den Räumen des Instituts für Ehe und Familie IEF, Spiegelgasse 3/8, 1010 Wien

18.30 Uhr Beginn der Generalversammlung

 

„Ehe für alle“ und das „dritte Geschlecht“ im Zeichen des Naturrechts

Johannes Moravitz, MA

„Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles fünfzig Jahre später“, so der österreichische Komponist Gustav Mahler. Anlehnend daran lässt sich sagen: „Alles, was in der Welt geschieht, wird auch in Wien passieren.“ Dies gilt heutzutage besonders für Naturrecht und christliche Moral untergrabende Gesetze. Ein Jahr, nachdem in Deutschland die sogenannte „Ehe für alle“ und das „Dritte Geschlecht“ ins Gesetz Eingang gefunden haben, finden wir uns in Österreich in derselben Situation.

Wie konnte es soweit kommen?

Anders als in anderen Ländern, leitete in Österreich der Verfassungsgerichtshof und nicht der Gesetzesgeber beide Vorhaben ein. Dies darf jedoch nicht überbewertet werden. Denn der politische Unwille, Regeln zu treffen, um Ehe und die Geschlechterdualität abzusichern, bestätigt schließlich nur den Verdacht, dass das Wissen um deren Bedeutung für Staat und Gesellschaft in großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr vorhanden ist. Ein genaues Lesen der beiden Urteile zeigt auf, wie sehr der moderne Mensch das Bewusstsein um das Naturrecht verloren hat. So heißt es etwa in der Begründung zur Öffnung der Ehe „für alle“, dass die Ehe von Mann und Frau und die Beziehung eines homosexuellen Paares „ihrem Wesen und ihrer Bedeutung für den individuellen Menschen grundsätzlich gleich sind“ und „intentional von den gleichen Werten getragen sind“. Noch merkwürdiger mutet die Begründung der Gleichheit beider Formen von Beziehung in Bezug auf Elternschaft an: „Die jüngere Rechtsentwicklung ermöglicht auch eine gemeinsame Elternschaft gleichgeschlechtlicher Paare: Gleichgeschlechtliche Paare dürfen Kinder (gemeinsam) adoptieren […] und – im Rahmen der zulässigen Formen medizinisch unterstützter Fortpflanzung – zur Welt bringen.“ „„Ehe für alle“ und das „dritte Geschlecht“ im Zeichen des Naturrechts“ weiterlesen

Aktuelle Veröffentlichungen zum Naturrecht

Von Dr. Christian Machek


Das Naturrecht, antiquiert und nicht mehr aktuell? Mitnichten, wie Veröffentlichungen der jüngsten Vergangenheit beweisen. So veröffentlichte die Neue Ordnung (Leiter: Pater Wolfgang Ockenfels OP, Institut für Gesellschaftswissenschaften, Bonn) im Februar dieses Jahres ein Sonderheft zum Thema Naturrecht und Menschenwürde. Zehn Autoren beleuchten in diesem Heft, das anlässlich des Todes von Kardinal Meisner veröffentlicht wurde, das Naturrecht aus verschiedenen Blickwinkeln, in dem grundlegende Begriffe dargelegt werden (Menschenwürde, Ehe, Familie, Recht, etc.) und neue Herausforderungen erörtert werden (Begründung der Menschenrechte in Zeiten der Globalisierung, Posthumanismus als Herausforderung für das christliche Menschenbild). Das Werk Johannes Messners erfährt in dieser Veröffentlichung eine eigene Würdigung. „Aktuelle Veröffentlichungen zum Naturrecht“ weiterlesen

„Naturrecht und Moral in pluralistischer Gesellschaft“

Zur lesenswerten Neuerscheinung der „Joseph-Höffner-Gesellschaft“

Von Urs Knoblauch, Kulturpublizist, Fruthwilen/CH


Es ist sehr verdienstvoll, dass die „Joseph-Höffner-Gesellschaft“ die Beiträge des öffentlichen Symposiums 2016 in Königswinter als Band 6 „Naturrecht und Moral in pluralistischer Gesellschaft“, herausgegeben von Christian Müller, Elmar Nass und Johannes Zabel, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Die 2002 gegründete Gesellschaft will das Lebenswerk des grossen Gelehrten und Erzbischof von Köln, Joseph Kardinal Höffner (1906-1987) weitertragen und aktualisieren. Sein Standardwerk „Christliche Gesellschaftslehre“ erschien 1962 und findet in zahlreichen erweiterten Ausgaben und in viele Sprachen übersetzt weite Verbreitung. Lothar Roos, der mit einem Beitrag im hier rezensierten Buch vertreten ist, weist im Vorwort zur 2001 erschienen Neuausgabe der „Christliche Gesellschaftslehre“ auf Joseph Kardinal Höffners zahlreiche und „vielfältigen Pastoralreisen als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in vielen Ländern der Dritten Welt“ hin. Dabei stand er als „Botschafter der Soziallehre der Kirche“ vor der Aufgabe, in einer geistig und materiell bedrohten, multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft zu wirken. Um die grossen sozialen Ungerechtigkeiten, Rechtsbrüchen, den Relativismus und Nihilismus zu überwinden, ist eine fundierte ethisch-moralische Neubesinnung und Orientierung dringend nötig. Dabei kommt gerade dem Naturrecht, der Soziallehre der Kirche, den Grund- und Menschenrechten und einer universellen Ethik die zentrale Rolle zu. „„Naturrecht und Moral in pluralistischer Gesellschaft““ weiterlesen