„Ehe“ – neu definiert?

Dr. Maria Raphaela Hölscher

Dr. Maria Raphaela Hölscher

Das am 4. Dezember 2017 veröffentlichte Urteil des österreichischen Verfassungsgerichtshofes (VfGH) hat viele Menschen überrascht und bestürzt. Die Höchstrichter sehen in der Unterscheidung zwischen Ehe und Eingetragener Partnerschaft eine verfassungswidrige Verletzung des Diskriminierungsverbots. Die bisher bestehenden unterschiedlichen Regelungen für verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare sollen mit Ablauf des 31. Dezember 2018 aufgehoben werden. Danach soll „Ehe“ künftig auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich sein.

Mit ihm definiert der VfGH einen zentralen Begriff um, der über Kulturen, Religionen und Zeitalter hinweg die Ehe als die dauerhafte Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau beschreibt und offen für gemeinsame Kinder ist.

Reaktionen auf dieses Urteil drücken Bestürzung und Unverständnis über die Entscheidung des VfGH aus, beginnend mit Christoph Kardinal Schönborn als Vorsitzendem der Österreichischen Bischofskonferenz: „Es ist beunruhigend, dass sogar die Verfassungsrichter den Blick verloren haben für die besondere Natur der Ehe als Verbindung von Mann und Frau. … Wenn der VfGH die Einzigartigkeit und damit die juristische Sonderstellung der Ehe verneint, die auf der Unterschiedlichkeit der Geschlechter aufbaut, verneint er die Wirklichkeit.“ (Pressemitteilung der KAP vom 5.12.2017). Weiterlesen