Anmerkungen des Postulators zum geistlichen Profil des Dieners Gottes Prof. Johannes Messner im Zeitraum des Erhebungsverfahrens 2012-2015

Von Dr. Harald Tripp - Am 16. April 2012 hat der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn auf mein Ersuchen als Postulator für die Johannes Messner Gesellschaft hin, einen Senat zum Er-hebungsverfahren bestellt. Damit wurde das Seligsprechungsverfahren wieder aufge-nommen, welches vom Erzbischof mit 15. Dezember 2005 sistiert worden war. Der Senat hat in der zweiten Jahreshälfte 2012 mit den Einvernahmen der von mir als Postulator vorgeschlagenen Zeugen begonnen. Die Aussagen wurden auf Tonträgern aufgezeichnet und in einem zweiten Schritt verschriftlicht. Damit liegt gemeinsam mit den Verfahrensakten früherer mit der Causa befasster Senate ein geordnetes Aktenpaket vor.

„Arbeit“ und „Solidarität“ im Kontext „sozialer Gerechtigkeit“

Als 1980 das „Katholische Soziallexikon“ in zweiter Auflage erschien, rechtfertigten dessen Herausgeber vor dem Hintergrund eines in Gang befindlichen tiefgreifenden geistigen Paradigmenwechsels die Erweiterung mit dem „neuen Gefragtsein“ der „Katholischen Soziallehre“. Aus ihrer Perspektive galt als „gefragt“ die Erwartung, dass in Zeiten des herannahenden neoliberalen Wirbelsturms („Reagonomics“; „Thatcherism“) eine Soziallehre „ideologisch nicht verkürzt“, „wertorientiert“, „sachgerecht“ und „geschichtsbewusst“ sein müsse.

Die Kraft der Vernunft im Wandel der Werte:

Dieser Beitrag von Univ.-Prof. (em.) DDr. Rudolf Weiler erschien erstmals im Februar 1991 im „Spectrum“ der Tageszeitung „Die Presse“. Da er eine nach wie vor treffende Würdigung von Leben und Werk Johannes Messners darstellt, dürfen wir ihn mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors in leicht gekürzter Form als Hommage auf Johannes Messner zu seinem 130. Geburtstag erneut publizieren.

Johannes Messner als Professor an der Universität Wien (1950 – 1965)

Der Hörerkreis Messners an der Universität Wien bestand vorwiegend aus Seminaristen, die im Rahmen ihrer theologischen Studien Pflichtveranstaltungen aus christlicher Soziallehre zu besuchen hatten. Zu dieser überwiegend männlichen Population kamen Studierende aus anderen Bereichen. Die Vorlesungen waren überfüllt, meist mit mehr als hundert Studenten. Messner vermittelte als akademischer Lehrer, das Bild eines vergeistigten Gelehrten, der entschieden darauf drängte, ethische Grundfragen mit wissenschaftlichem Realismus, immer aber eingedenk ihrer existentiellen Dimension anzugehen. Er verstand es, seinen Zuhörern und Zuhörerinnen und die gesellschaftliche Aktualität ethischer Ordnungsprinzipien zu verdeutlichen. ...

Stellungnahme zum Erkenntnis des VfGH zu assistiertem Suizid

Mit großer Sorge und Betroffenheit hat das Salzburger Ärzteforum für das Leben die Aufhebung des Verbotes des assistierten Suizides durch den Spruch des Verfassungsgerichtshofes vom 11.12.2020 vernommen. Aus dem verfassungsmäßigen Recht auf Leben und Selbstbestimmtheit im Leben wurde argumentativ nicht nachvollziehbar der rechtliche Anspruch einer autonomen Entscheidung über das Wann und Wie des eigenen Todes … Stellungnahme zum Erkenntnis des VfGH zu assistiertem Suizid weiterlesen

„Sie ist erlöst“ – Anmerkungen zur aktuellen Situation

...Auf der Veranstaltung „1. Salzburger Bioethik-Dialoge“ zum Thema „Modernes Sterben - Aufgaben und Grenzen der Medizin am Lebensende“ vom 9.-10.10.2020 berichtete Dr. Theo Boer, Groningen, von der Entwicklung in den Niederlanden. 1969 begann mit der Schrift des Psychiaters J.H.Van der Berg „Ärzte verursachen Leiden anstatt zu heilen und zu lindern“ die Euthanasiediskussion. Die 1972 erfolgte Gründung des niederländischen Vereins für freiwillige Sterbehilfe sowie verschiedene bahnbrechende Urteile in den1970-er Jahren, führten ab 1985 zu einer offiziell tolerierten Sterbehilfe, die 2002 in einem definierten Gesetz mündeten....

Das Lebenswerk von Prälat Prof. DDr. Anton Rauscher SJ und seine Nähe zu Johannes Messner

Der 1928 in München geborene Prof. Anton Rauscher SJ, 1971 auf den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Augsburg berufen, war nach Johannes Messner (1891-1984) und Oswald von Nell-Breuning (1890 -1991) einer der bedeutendsten katholischen Sozialwissenschaftler und Sozialethiker der nächsten Generation. Dies lässt sich nicht nur an dem …

Nachruf: P. Anton Rauscher SJ

Am 21. Dezember 2020 verstarb der Jesuit und Sozialethiker Univ.-Prof. em. DDr. Anton Rauscher SJ im Alter von 92 Jahren. Für die Johannes-Messner-Gesellschaft hat er sich vielfältig u.a. durch Veröffentlichungen eingesetzt, von 2002-2009 war er Postulator im Seligsprechungsprozess für Prälat Prof. DDr. Johannes Messner. Gott möge ihm sein segensreiches Wirken lohnen - RIP.