Predigt bei der Gedenkmesse für Univ. Prof. DDr. Johannes Messner

Josef Spindelböck

Predigt bei der Gedenkmesse für Univ. Prof. DDr. Johannes Messner (* 16. Februar 1891; † 12. Februar 1984) in der Peterskirche in Wien am 16.02.2018

Liturgische Texte: Freitag nach dem Aschermittwoch

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

34 Jahre sind es her, seit der Diener Gottes Univ.-Prof. DDr. Johannes Messner von Gott aus dieser Welt in die ewige Heimat gerufen wurde. Wir gedenken seiner heute in Dankbarkeit für all das Große, das Gott ihm geschenkt und er durch ihn gewirkt hat!

Alle Gaben der Natur werden durch die göttliche Gnade in Dienst genommen und veredelt. Das zeigt sich besonders im priesterlichen und wissenschaftlichen Wirken Johannes Messners. Auch in schwierigen Zeiten ist er seiner Berufung und Überzeugung treu geblieben und hat Zeugnis für die göttliche Ordnung abgelegt, welche in die Schöpfung eingeschrieben ist und sich uns als „Naturrecht“ zu erkennen gibt.

Johannes Messner war aber auch und vor allem ein nach Heiligkeit strebender Priester, der die lebendige Verbundenheit mit dem Herrn Jesus Christus und der Gottesmutter Maria allezeit gesucht und gepflegt hat. Dies wiederum drückte sich im mitmenschlichen Bereich aus in einer Haltung der Ehrfurcht, der hilfsbereiten Zuvorkommenheit und der christlichen Nächstenliebe.

Auch in unserer Zeit werden die von Johannes Messner formulierten Einsichten studiert, diskutiert und weitergegeben, nicht zuletzt auch im Rahmen der Johannes-Messner-Gesellschaft, die im Anschluss an diese Gedenkmesse ihre jährliche Generalversammlung abhält und inzwischen über eine beachtenswerte Internetpräsenz verfügt.

Es geschieht im Sinne des Dieners Gottes Johannes Messner, wenn wir an diesem Freitag nach dem Aschermittwoch Bezug nehmen auf die liturgischen Lesungen, wie sie für diesen Tag vorgesehen sind. In der Fastenzeit sind wir aufgerufen zu Gebet, Fasten und Almosen. Der Aspekt der Buße steht im Vordergrund.

Das Leben des Priester-Wissenschaftlers Johannes Messner war in allem ausgerichtet auf die Verherrlichung Gottes. Dem diente sein wissenschaftliches Wirken; in der Förderung des Heils der Seelen sah er als Priester seine vornehmste Aufgabe, der er gerade durch seine Publikations- und Lehrtätigkeit, aber auch durch die tägliche Zelebration der heiligen Messe und andere Werke der Frömmigkeit und der christlichen Nächstenliebe entsprechen wollte. Gott sieht vor allem auf unser Herz, heißt es im Tagesgebet der heiligen Messe vom heutigen Tag. Es kommt darauf an, in reiner Gesinnung Gott zu dienen. So geschieht viel Gutes im Verborgenen. Johannes Messner war zu seinen Lebzeiten hauptsächlich in Fachkreisen bekannt. Sein Wirken aber erwies sich als überaus segensreich und kam auch denen zugute, die ihn nicht persönlich kannten.

Als Lehrer der Ethik und als Vertreter der christlichen Soziallehre konnte sich Johannes Messner ganz und gar mit dem Inhalt der heutigen Lesung aus dem Buch Jesaja identifizieren: Wahre Buße und Frömmigkeit besteht nicht in demonstrativen Aktionen nach außen hin, sondern in der Zuwendung des Herzens zu Gott und zu den notleidenden Mitmenschen. Der Prophet Jesaja erinnert das Volk Gottes an die Notwendigkeit, die Gerechtigkeit zu üben sowie Barmherzigkeit zu erweisen. Hier zeigt sich die Echtheit der Gottesbeziehung. Dann werden auch unsere Gebete von Gott erhört!

Das Evangelium dieses Tages ist überraschend kurz. Der Evangelist Matthäus gibt einen Dialog zwischen den Jüngern des Johannes und Jesus wieder. Die Johannesjünger sowie die Pharisäer fasten; die Jünger Jesu fasten nicht. Was hat dies zu bedeuten? Jesus antwortet darauf: Solange der Bräutigam anwesend ist, können die Hochzeitsgäste nicht trauern! Doch wenn er ihnen genommen ist, werden sie fasten.

Vor Gott gibt es für alles eine rechte Zeit: für das Feiern und Frohsein, aber auch für die Trauer und für das Fasten. Doch sollen wir das Fasten nicht zur Schau stellen, und es ist auch kein Anlass zur Traurigkeit. Vielmehr wissen wir im Glauben: Der Bräutigam Christus, der das Kreuz auf sich genommen hat und gestorben ist, ist am dritten Tag von den Toten auferstanden! Er schenkt uns kraft der heiligen Taufe Anteil an seinem Tod am Kreuz und an seiner Auferstehung. Wir haben teil an seinem Leiden und manchmal auch an der Traurigkeit und Angst des Ölbergs, aber noch mehr an seiner Freude im Glauben an seine Auferstehung. Denn auch uns ist die Vollendung im Himmelreich verheißen. Diese Glaubensgewissheit hat den Diener Gottes Johannes Messner stets erfüllt und getragen. So war er bereit, um des Heils der Seelen willen auch große Entbehrungen und Opfer auf sich zu nehmen, wie sich dies in seiner Verfolgung durch die Nazis und in der Zeit des Exils in England gezeigt hat.

Was ist die Botschaft Johannes Messners an uns? Er lädt uns ein, in lebendiger Verbundenheit mit unserem Herrn Jesus Christus zu leben. Die beste Wegbegleiterin, um zu Christus zu finden, ist die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria. Sie führt uns hin zum Kreuzesopfer Christi, das auf dem Altar in unblutig-sakramentaler Weise vergegenwärtigt wird und das zugleich untrennbar mit seiner Auferstehung und Verherrlichung verbunden ist. Von daher ist uns auch für unser Leben von Gott her Hoffnung geschenkt: Er möge einst alles hier auf Erden begonnene Gute in seiner Herrlichkeit vollenden!

Amen.

 

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