Die Kraft der Vernunft im Wandel der Werte:

Dieser Beitrag von Univ.-Prof. (em.) DDr. Rudolf Weiler erschien erstmals im Februar 1991 im „Spectrum“ der Tageszeitung „Die Presse“. Da er eine nach wie vor treffende Würdigung von Leben und Werk Johannes Messners darstellt, dürfen wir ihn mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors in leicht gekürzter Form als Hommage auf Johannes Messner zu seinem 130. Geburtstag erneut publizieren.

Johannes Messner als Professor an der Universität Wien (1950 – 1965)

Der Hörerkreis Messners an der Universität Wien bestand vorwiegend aus Seminaristen, die im Rahmen ihrer theologischen Studien Pflichtveranstaltungen aus christlicher Soziallehre zu besuchen hatten. Zu dieser überwiegend männlichen Population kamen Studierende aus anderen Bereichen. Die Vorlesungen waren überfüllt, meist mit mehr als hundert Studenten. Messner vermittelte als akademischer Lehrer, das Bild eines vergeistigten Gelehrten, der entschieden darauf drängte, ethische Grundfragen mit wissenschaftlichem Realismus, immer aber eingedenk ihrer existentiellen Dimension anzugehen. Er verstand es, seinen Zuhörern und Zuhörerinnen und die gesellschaftliche Aktualität ethischer Ordnungsprinzipien zu verdeutlichen. ...

Stellungnahme zum Erkenntnis des VfGH zu assistiertem Suizid

Mit großer Sorge und Betroffenheit hat das Salzburger Ärzteforum für das Leben die Aufhebung des Verbotes des assistierten Suizides durch den Spruch des Verfassungsgerichtshofes vom 11.12.2020 vernommen. Aus dem verfassungsmäßigen Recht auf Leben und Selbstbestimmtheit im Leben wurde argumentativ nicht nachvollziehbar der rechtliche Anspruch einer autonomen Entscheidung über das Wann und Wie des eigenen Todes … Stellungnahme zum Erkenntnis des VfGH zu assistiertem Suizid weiterlesen

„Sie ist erlöst“ – Anmerkungen zur aktuellen Situation

...Auf der Veranstaltung „1. Salzburger Bioethik-Dialoge“ zum Thema „Modernes Sterben - Aufgaben und Grenzen der Medizin am Lebensende“ vom 9.-10.10.2020 berichtete Dr. Theo Boer, Groningen, von der Entwicklung in den Niederlanden. 1969 begann mit der Schrift des Psychiaters J.H.Van der Berg „Ärzte verursachen Leiden anstatt zu heilen und zu lindern“ die Euthanasiediskussion. Die 1972 erfolgte Gründung des niederländischen Vereins für freiwillige Sterbehilfe sowie verschiedene bahnbrechende Urteile in den1970-er Jahren, führten ab 1985 zu einer offiziell tolerierten Sterbehilfe, die 2002 in einem definierten Gesetz mündeten....

Das Lebenswerk von Prälat Prof. DDr. Anton Rauscher SJ und seine Nähe zu Johannes Messner

Der 1928 in München geborene Prof. Anton Rauscher SJ, 1971 auf den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Augsburg berufen, war nach Johannes Messner (1891-1984) und Oswald von Nell-Breuning (1890 -1991) einer der bedeutendsten katholischen Sozialwissenschaftler und Sozialethiker der nächsten Generation. Dies lässt sich nicht nur an dem …

Nachruf: P. Anton Rauscher SJ

Am 21. Dezember 2020 verstarb der Jesuit und Sozialethiker Univ.-Prof. em. DDr. Anton Rauscher SJ im Alter von 92 Jahren. Für die Johannes-Messner-Gesellschaft hat er sich vielfältig u.a. durch Veröffentlichungen eingesetzt, von 2002-2009 war er Postulator im Seligsprechungsprozess für Prälat Prof. DDr. Johannes Messner. Gott möge ihm sein segensreiches Wirken lohnen - RIP.

Höchste Gerichtsurteile ohne Moral: Zur Selbstbestimmung am Lebensende

Prof. Dr.Dr. Elmar Nass Ethik am Lebensende müsse sich am obersten Prinzip der Selbstbestimmung orientieren. Damit hatte schon das BVerG in Deutschland im Frühjahr 2020 die kommerzielle Sterbehilfe – selbst bei nicht sterbenskranken Menschen – für rechtmäßig erklärt. Der Gesetzgeber muss nun die entsprechenden Gesetze (§ 217 StGB) nachjustieren. Gleiches Prinzip, etwas anderes Resultat in … Höchste Gerichtsurteile ohne Moral: Zur Selbstbestimmung am Lebensende weiterlesen

Urteil des österreichischen Verfassungsgerichtshofs (VfGH) vom 11.12.2020 zur Sterbehilfe

In einem Urteil vom 11.12.2020 hält der VfGH an einem Verbot der Tötung auf Verlangen (§ 77 StGB) fest, ebenso wie am Verbot, jemanden zum Suizid zu verleiten (§ 78 1. Tatbestand). Das absolute Verbot jeglicher Hilfestellung zum Suizid wird aber aufgrund eines zu weiten Eingriffs in das verfassungsrechtlich geschützte Selbstbestimmungsrecht als verfassungswidrig abgelehnt (§ … Urteil des österreichischen Verfassungsgerichtshofs (VfGH) vom 11.12.2020 zur Sterbehilfe weiterlesen